Wie viel Geld brauchst du als Coach wirklich? Klarheit statt Wunschdenken
Eine der häufigsten Fragen, die mir Coaches stellen, lautet nicht:
„Wie kann ich mehr Geld verdienen?“
Sondern:
„Wie viel Geld brauche ich eigentlich – realistisch?“
Und genau diese Frage ist unglaublich wertvoll. Denn sie bringt uns weg von Vergleichszahlen, Umsatzzielen und Idealbildern – und hin zu deiner ganz persönlichen Realität. Zu deinem Leben, deinen Bedürfnissen und dem, was sich für dich sicher und machbar anfühlt.
Sicherheit und Freiheit sind nicht dasselbe
Ein wichtiger erster Schritt ist die Unterscheidung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Bedürfnissen: finanzieller Sicherheit und finanzieller Freiheit.
Sicherheit bedeutet, dass deine grundlegenden Kosten gedeckt sind. Dein System kann entspannen, weil keine akute Bedrohung im Raum steht. Freiheit bedeutet, dass du Spielraum hast. Dass du Entscheidungen treffen kannst, ohne jeden Euro zweimal umdrehen zu müssen.
Viele Coaches setzen sich direkt Freiheitsziele, ohne die Sicherheitsebene wirklich angeschaut zu haben. Das führt oft zu innerem Druck, weil das Fundament noch gar nicht stabil ist.
Deshalb ist meine Einladung: Fang nicht bei der Wunschzahl an – sondern bei der Realität.
Was kostet dein Leben wirklich?
Ich weiß, dass dieser Punkt bei vielen inneren Widerstand auslöst. Zahlen anschauen fühlt sich für manche Menschen alles andere als leicht an. Gleichzeitig liegt hier ein enormes Potenzial für Entlastung.
Es geht nicht darum, alles perfekt zu erfassen oder monatelang Tabellen zu pflegen. Es geht darum, dir einen Überblick zu verschaffen – auf die Art, die sich für dich am machbarsten anfühlt.
Du könntest dich zum Beispiel fragen:
– Welche fixen Kosten habe ich monatlich?
– Welche variablen Kosten fallen regelmäßig an?
– Welche Ausgaben kommen nicht monatlich, aber verlässlich wieder?
– Wofür möchte ich Geld zurücklegen?
Ob du dafür eine App nutzt, eine Tabelle oder dein Journal – all das ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass du hinschaust.
Denn Klarheit über deine Kosten ist keine Einschränkung. Sie ist eine Grundlage für Sicherheit.
Und was kostet dein Business?
Neben deinem Privatleben gibt es noch eine zweite Ebene, die oft unterschätzt wird: dein Business.
Auch hier lohnt sich ein ehrlicher Blick:
– Welche Tools nutzt du aktuell?
– Welche Fixkosten entstehen monatlich?
– Welche Ausgaben sind optional, welche notwendig?
Viele Coaches empfinden es als erleichternd, für ihr Business ein separates Konto zu nutzen – nicht aus bürokratischen Gründen, sondern weil es Übersicht schafft. Du siehst auf einen Blick, was dein Business kostet und was es einbringt, ohne alles im Kopf sortieren zu müssen.
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Wie viel Geld darf mindestens zu dir kommen, damit du dich sicher fühlst?
Wenn du deine privaten und geschäftlichen Kosten kennst, kannst du dir eine sehr zentrale Frage stellen:
Welche Summe darf monatlich zu mir kommen, damit ich mich sicher fühle?
Das ist keine Zielvorgabe im Sinne von „Das muss ich erreichen“.
Es ist eine Orientierung.
Vielleicht stellst du fest:
– Ein Teil darf über dein Business kommen.
– Ein anderer Teil über einen Job, Rücklagen oder einen anderen Einkommensanker.
Auch hier gibt es kein richtig oder falsch. Es geht nicht darum, möglichst schnell alles über dein Business zu decken, sondern darum, einen Weg zu finden, der sich für dich tragfähig anfühlt.
Geldziele brauchen einen Realitätscheck
An dieser Stelle passiert oft etwas Spannendes. Viele Coaches haben nun eine Zahl vor Augen – und merken gleichzeitig, dass sie diese Zahl bisher kaum mit Zeit, Energie und Kapazität abgeglichen haben.
Denn Geld entsteht nicht losgelöst vom Leben.
Deshalb lohnt sich die ehrliche Verbindung:
– Wie viel Zeit steht mir realistisch zur Verfügung?
– Wie viele Menschen kann und möchte ich begleiten?
– Welche Preise fühlen sich aktuell stimmig an?
Wenn sich hier ein Spannungsfeld zeigt, ist das kein Scheitern. Es ist Information.
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Wenn deine Rechnung (noch) nicht aufgeht
Vielleicht stellst du fest, dass deine aktuelle Planung nicht aufgeht. Dass dein Wunschumsatz mit deiner verfügbaren Zeit oder Energie gerade nicht zusammenpasst.
Und das ist okay.
Du darfst:
– deine finanziellen Erwartungen anpassen
– deine zeitliche Planung verändern
– deine Preise oder Angebote später neu denken
Nichts davon bedeutet, dass du klein denkst oder dich selbst ausbremst. Es bedeutet, dass du dich ernst nimmst.
Klarheit statt Druck
Klarheit über Geld ist kein Selbstzweck. Sie soll dich nicht antreiben oder antreten lassen. Sie soll dir helfen, passendere Entscheidungen zu treffen – Entscheidungen, die sich nicht ständig gegen dein Nervensystem richten.
Wenn du weißt, was du brauchst, kannst du dir Ziele setzen, die dich stärken statt überfordern. Und du kannst dir immer wieder selbst beweisen:
„Ja, ich kann das.“
Statt: „Das passt doch hinten und vorne nicht.“
Möchtest du das Thema vertiefen?
In der Podcastfolge “Geld x Selbstständigkeit: meine kraftvollsten Tipps“ spreche ich sehr ausführlich darüber, wie du herausfinden kannst, was du wirklich brauchst – finanziell, zeitlich und emotional – und warum diese Klarheit so viel Ruhe in dein Business bringen kann.
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